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Kultur- und Kreativwirtschaft

Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialer Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Unter diese Definition fallen:

die Musikwirtschaft, der Buchmarkt, der Kunstmarkt, die Filmwirtschaft, die Rundfunkwirtschaft, der Markt für darstellende Künste, die Designwirtschaft, der Architekturmarkt, der Pressemarkt, der Werbemarkt und die Software-/games-Industrie.

Bühne

In der Vergangenheit wurde das Thema besonders von Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln betont, die ohnehin über eine kritische Masse an Kreativunternehmen aufwarten können. Magdeburg als ehemaliges Zentrum des Schwermaschinenbaus ist kein solch vermeintlich „natürlicher“ kultur- und kreativwirtschaftlicher Standort. Die Stadt kann hier aber einen erheblichen Beitrag zur Transformation der Wirtschaft  von einer traditionell industriell geprägten Wirtschaft zu einer nachhaltigen und innovativen Wirtschaft leisten.

Über 800 Unternehmen und Selbständige der Kreativwirtschaft mit insgesamt ca. 5.000 Erwerbstätigen (vgl. Maschinenbau Magdeburg mit ca. 7.000 Erwerbstätigen) in Magdeburg machen einen Anteil von 7,9 % an der Gesamtwirtschaft aus. Mit einem Umsatz von ca. 300 Mio. EU pro Jahr liegt die Kreativwirtschaft in Magdeburg bei einem Anteil von 4,9 % an der Gesamtwirtschaft. Der Durchschnitt in der Bundesrepublik liegt bei 2,6 %. Im Sachsen-Anhalt-Vergleich bringen die Magdeburger Unternehmen 39 % des Umsatzes im Kreativbereich. Besondere Stärken der Branche liegen in Magdeburg im Bereich der Software, des Industriedesigns und der Architektur.

(Ausführliche Darstellung in der Studie 2012 )

Seit 2012 wurde die Kultur- und Kreativwirtschaft als gleichberechtigte Branche in den Kanon der Wirtschaftsförderung aufgenommen. Eine verwaltungsinterne Lenkungsgruppe, unterstützt von wichtigen Akteuren der Branche, entwickelt Maßnahmen zur Stärkung der Branche. Eine „Kreativlotsin“ fungiert als Ansprechpartnerin der Kreativszene und bildet die Schnittstelle zu Politik und Verwaltung. Diese Aufgabe nimmt Heike Worel, Projektkoordinatorin der GWM, war (siehe Kontakte).

Ein wichtiges Veranstaltungsformat, das seit 2013 in der Landeshauptstadt existiert, ist der „KreativSalon“. Vertreter der Kreativindustrie präsentieren sich hier an wechselnden Orten halbjährlich vor der regionalen Wirtschaft.

In einer ehemaligen Kunstgewerbeschule stellt die Stadt seit 2015 rund 5.000 qm Nutzfläche für die Entwicklung des Kultur- und Kreativwirtschaftszentrums „Forum Gestaltung“ zur Verfügung.

Im Kreativwirtschaftsverein Sachsen-Anhalt e.V. (KWSA) organisiert sich die Branche landesweit.

Mikrofon
Unter dem Label „Otto macht Mode“ unterstützt die Landeshauptstadt Events der örtlichen Modebranche. Mit der „MODAVISION“ hat sich seit über 10 Jahren ein erfolgreiches Modeevent mit überregionaler Ausstrahlung als Marke etabliert.

Der Kulturanker e.V. steht seit Jahren für erfolgreiche Kunstfestivals vor Ort – die größten ihrer Art in Sachsen-Anhalt.

Kultur ist für eine Stadt der Nährboden für eine kreative Atmosphäre, die ihrerseits wichtig ist, um junge und kreative Menschen anzuziehen. Deshalb wird sich Magdeburg 2025 als Kulturhauptstadt Europas bewerben.

Der Wettbewerb „BESTFORM“ des Landes Sachen-Anhalt rückt erfolgreiche Partnerschaften zwischen Kreativen und Unternehmen in den Fokus.