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Magdeburg: Energieeffiziente Stadt - Modellstadt für erneuerbare Energien (MD-E4)

Die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt Magdeburg ist neben Delitzsch, Essen, Stuttgart und Wolfhagen eine der 5 Siegerstädte des BMBF-Wettbewerbs "Energieeffiziente Stadt" 

Magdeburg strebt an, unter dem Titel MD-E4 eine energieeffiziente Stadt im Rahmen einer Modellstadt für erneuerbare Energien zu werden.

Dieses soll durch die Umsetzung eines Bündels vernetzter Maßnahmen und Dienstleistun­gen unter Einsatz von rund 5. Mio. Euro Fördermitteln geschehen. Es wird angestrebt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um ca. 2/3 gegenüber 1990 (bzw. rund 25% gegenüber 2007) zu reduzieren und den End-Energieverbrauch durch Energieeffizienzmaßnahmen um mindestens 20% gegenüber 2007 zu senken. Dieses sind wichtige Zwischenziele bei der Erreichung des Ziel-Werts von max. 3,2 t CO2 pro Einwohner in Magdeburg im Jahr 2050.

Für die Umsetzung dieser Ziele sollen alle relevanten Sektoren und Zielgruppen (Energieerzeu­gung, -umwandlung und -speicherung; Städtische Einrichtungen und Handlungsbereiche; Woh­nungswirtschaft und private Haushalte; Verkehr, Transport und Handel; Industrie und Gewerbe; Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg) angesprochen werden.

Maßgebliche Partner und Koordination des Projekts

Das Projekt wird koordiniert durch die GWM Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg mbH und gemeinsam von den folgenden Kooperationspartnern durchgeführt:

  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF,
  • Hochschule Magdeburg-Stendal,
  • ifak - Institut für Automation und Kommunikation e.V. Magdeburg,
  • Landeshauptstadt Magdeburg und
  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Das Projekt wird vom BMBF gefördert (Förderkennzeichnen: 03SF0407A bis 03SF0407E)

Die Teilprojekte des MDE4-Gesamtprojekts

Das Projekt MDE4 besteht aus mehreren Teilprojekten, die gemeinsam dazu führen sollen, Magdeburg zu einer energieeffizienten Stadt im Rahmen einer Modellstadt für erneuerbare Energien zu entwickeln.

Das Gesamtprojekt besteht aus folgenden Teilprojekten:

1. Aufbau einer umweltorientierten Verkehrsmanagementzentrale zur Verkehrssteuerung und –lenkung (Laufzeit bis Oktober 2016):
Die Verkehrsmanagementzentrale soll Informationen aus Leit- und Informationssyste­men der Landeshauptstadt Magdeburg sowie der angrenzenden Regionen integrieren und nach verkehrs- und umweltpolitischen Anforderungen verarbeiten, mit dem Ziel den Verkehr hinsichtlich Emissionsreduzierung, Verkehrsbelastung, Ressourcen- und Ener­gieeffizienz zu steuern und zu lenken
Dieses Teilprojekt wird gemeinsam durchgeführt vom Institut für Logistik und Material­flusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) und dem Bereich Verkehrstelematik des ifak - Institut für Automation und Kommunikation e.V. Magdeburg.

Ansprechpartner:

  • Herr Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek (OvGU, Institut für Logistik und Materialflusstech­nik; Lehrstuhl für Logistik), Tel: 0391/67-18604, E-Mail: zadek@ovgu.de),
  • Herr Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Kraft (OvGU, wiss. Mitarbeiter beim Lehrstuhl für Logistik bei Herrn Prof. Zadek, Tel.: 0391/67-12240; E-Mail: martin.kraft@ovgu.de und
  • Herr Dipl.-Ing. Andreas Herrmann, (ifak e.V., Bereichsleiter Verkehrstelematik), Tel.: 0391/990-1440; E-Mail: andreas.herrmann@ifak.eu sowie
  • Herr Dipl.-Ing. Olaf Czogalla (ifak e.V., Leiter Forschungsschwerpunkt Verkehrsmanagement), Tel.: 0391/990-1442 E-Mail: olaf.czogalla@ifak.eu


2. Errichtung eines innenstadtnahen Miniverteilzentrums (Laufzeit bis April 2017):
Im Rahmen der Maßnahme wird ein Demonstratorsystem für die Nutzung kleinvolumiger Wechselbehälter für Lieferverkehre im innerstädtischen Bereich aufgebaut. Der Trans­port erfolgt dabei durch elektrisch betriebene 3,5t-Transporter. Die Transportenergie wird dabei zum Teil durch in die Wechselbehälter integrierte Batterien bereitgestellt. Durch den Wechsel des Behälters im Rahmen von Liefer- und Abholtouren wird somit die Fahrzeugreichweite deutlich erhöht. Für die Testanwendungen werden Praxis­partner aus dem Bereich Transport und Handel einbezogen, um die Praxistauglichkeit der Lösung voranzutreiben und entsprechende Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist der Bereich Materialflusstechnik und -systeme des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF.
Ansprechpartner:


3. Kontinuierliche Erstellung der CO2-Bilanz von Magdeburg (Laufzeit bis Oktober 2016):
Die Landeshauptstadt Magdeburg erstellt in regelmäßigen Abständen eine CO2-Bilanz auf der Grundlage des Klimabündnis-Programms ECORegion. Dies dient unter ande­rem der Überprüfung umgesetzter Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effizienz sowie einer Einschätzung der Zielerreichung.
Verantwortlich hierfür ist das Umweltamt der Landeshauptstadt Magdeburg.
Ansprechpartnerin:


4. Information als Ressource für Energieeffizienz (Laufzeit bis Oktober 2016):
Dieses Projekt ist inhaltlich aus den drei folgenden Themen bzw. früheren Teilprojekten entstanden

  • Entwicklung und Implementierung eines geographischen Informationssystems zum Energiesystem von Magdeburg
  • Erstellung eines Stoffstrommanagementsystems in Magdeburg und   
  • Förderung „neuer Technik“ bei Bestandssanierungen und innovative Wärmedäm­mung

Das Projekt wird von der Hochschule Magdeburg-Stendal durchgeführt.
Ansprechpartner:  


5. KWK-Modellvorhaben (Laufzeit: bis Ende 2013):  
Am Standort Magdeburg soll die etwaige Realisierung eines innovativen Biomassekraft­werkwerkes auf Kraft-Wärme-Kopplungs-Basis geprüft werden. Als Input soll neben Holz auch ein nicht unbeträchtlicher Anteil von Grünschnitt und ähnlicher Biomasse einge­setzt werden. Im Rahmen dieses Teilprojekts werden die relevanten Input-Biomasse­ströme als auch die technischen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen hierfür erarbeitet.  
Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist der Geschäftsbereich Prozess- und Anlagen­technik des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und –automatisierung
Ansprechpartner


6. Unterstützung der Qualität und Effizienz der elektrischen Verteilungsnetze durch automati­sierte Ortsnetzstationen und Lastmanagement (Laufzeit: bis Oktober 2016):
Im Mittelpunkt der Maßnahme steht die dezentrale Automatisierung der Stromnetze bzw. der darin enthaltenen Ortsnetzstationen (MS/NS-Trans­for­matoren) zur kontinuierlichen Überwachung und Steuerung des Netzzustandes. Das vorrangige Ziel besteht hierbei in der Gewährleistung der Spannungsqualität. Eine intelligente Steuerung der elektrischen Verteilungsnetze erhöht deren Aufnahmefähigkeit für erneuerbare Energien und steigert die Energieeffizienz durch Minimierung von Leitungsverlusten.
Dieses Teilprojekt wird gemeinsam vom Bereich IT & Automation des ifak in Verbindung mit der SWM Netze und dem Lehrstuhl für Elektrische Netze und Alternative Elektro­energiequellen (LENA) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) durchge­führt.
Ansprechpartner:

7. Entwicklung und Aufbau eines Kennzahlen- und Controllingsystems (Laufzeit: bis Frühjahr 2016):
Das Kennzahlen- und Controllingsystem dokumentiert mit Kennzahlen die Energieer­zeugung, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen je Nutzergruppe bzw. zu reali­sierende Maßnahme. Jede Maßnahme des Projekts MD-E4 wird auf der Basis von Er­folgskennzahlen detailliert und kontinuierlich gemessen, so dass stets die Fortschritte des Projekts MD-E4 in Summe und der einzelnen Maßnahmen sichtbar werden. Damit wird den Projektverantwortlichen ein Instrumentarium zum Projektmanagement an die Hand gegeben, um so frühzeitig ggf. korrigierend bzw. unterstützend einzugreifen und Maßnahmen notfalls auch umsteuern zu können.
Dieses Teilprojekt wird durchgeführt vom Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU).
Ansprechpartner:  

  • Herr Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek (Institut für Logistik und Materialflusstechnik; Lehr­stuhl für Logistik), Tel: 0391/67-18604, E-Mail: zadek@ovgu.de und
  • Herr Dr.-Ing. Zoran Jovanovic (OvGU, wiss. Mitarbeiter beim Lehrstuhl für Logistik bei Herrn Prof. Zadek), Tel.: 0391/67-12480; E-Mail: zoran.jovanovic@ovgu.de


8. Etablieren eines Koordinierungsbüros bzw. eines Büros für Energieeffizienz (Laufzeit: bis Oktober 2016):
Es soll ein Koordinierungsbüro bzw. ein Büro für Energieeffizienz in Magdeburg etabliert werden, welches das Gesamtprojekt koordiniert und u.a. auch die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt.
Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist die Landeshauptstadt Magdeburg mit dem Un­terauftragnehmer der GWM Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg mbH (GWM mbH).
Ansprechpartner:


9. Förderung energiesparenden Verhaltens von Privathaushalten mit umweltpsychologi­scher Begleitforschung (Laufzeit: bis Oktober 2016):
Dieses Teilprojekt beschäftigt sich mit fünf zentralen Bereichen:   
Optimierung der Energiesparberatungen in Privathaushalten
Umweltpsychologische Begleitung bei der Entwicklung eines ganzheitlichen und strate­gischen Energieleitbildes  
Evaluation von Maßnahmeneffekten
Begleitung und Ausweitung der Fifty-Fifty-Projekte zum Energiesparen und Schulen, Jugendclubs etc.
Umweltpsychologische Begleitung der Maßnahmen „Verkehrsmanagementzentrale“ und „Elektromobilität“
Dieses Teilprojekt wird durchgeführt von der Forschungsgruppe Umweltpsychologie (FG-UPSY) der Universität des Saarlandes, Außenstelle Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.  
Ansprechpartner:

  • Frau Dipl.-Psych. Irina Rau (wiss. Mitarbeiterin der FG Umweltpsychologie), Tel: 0391/8110153, E-Mail: irina.rau@fg-upsy.com
  • Frau Dipl.-Psych. Ilyana Wenge (wiss. Mitarbeiterin der FG Umweltpsychologie), Tel: 0391/8110153, E-Mail: iliyana.wenge@fg-upsy.com
  • Frau Dipl.-Psych. Jacqueline Franke (wiss. Mitarbeiterin der FG Umweltpsychologie), Tel: 0391/8110153, E-Mail: jacqueline.franke@fg-upsy.com


10. Etablieren eines Science Centers for Renewable Energy (Laufzeit: bis April 2016):
In Magdeburg soll ein Science Centers for Renewable Energy errichtet werden, wofür die Konzeption erarbeitet werden wird und mit der Realisierung auch begonnen werden wird. Dabei sollen verschiedenste Arten von modernen Technologien zur regenerativen Energiegewinnung eingesetzt werden, die sowohl Forschern und Studenten als auch den Bürgerinnen und Bürgern als Anlaufstelle zugänglich sein werden. Ein Schwerpunkt wird die (Berufs-)Bildung im Bereich der erneuerbaren Energien sein. Dabei wird u.a. auch eine Zusammenarbeit mit dem Unesco-Unevoc-Zentrum für die Ausbildung von Berufschullehrern im Bereich erneuerbarer Energien erfolgen. Zusätzlich wird u.a. ein Elektro-Rennparcour für Kinder und Jugendlichen errichtet werden.  
Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist die Landeshauptstadt Magdeburg mit dem Un­terauftragnehmer Helionat e.G.
Ansprechpartner:


11. Innovatives Geothermie-Projekt (Laufzeit: bis Ende 2013):
Es werden die technischen Voraussetzungen für die Errichtung eines Erdsonden-speichers durch Vereisung eines Erdreich/Grundwasserkörpers zur Kältespeicherung für eine Kühlung im Sommer als auch für die Wärmegewinnung im Winter mittels eines innovativen Geothermieverfahrens entwickelt. Außerdem wird für dieses Verfahren ein auf andere Städte übertragbares Standortauswahlkonzept aufgestellt.
Verantwortlich für dieses Teilprojekt ist die Landeshauptstadt Magdeburg mit dem Un­terauftragnehmer BLZ-Geotechnik GmbH.
Ansprechpartner:

Projektkoordinator und Ansprechpartner für weitere Informationen zum Gesamt-Projekt:

GWM Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg mbH, Ölweide 12, 39114 Magdeburg
Tel.: 0391/53294-0, Fax: 0391/53294-30; E-Mail: krueger@gwm-magdeburg.de

Links zum BMBF-Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" und Teilprojekten von MDE4 u.a.m

Hier finden Sie Links u.a. zu

  • dem BMBF-Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt": http://www.wettbewerb-energieeffiziente-stadt.de/
  • Teilprojekten von MDE4 und Kooperationspartnern
  • Forschungsgruppe Umweltpsychologie: Link
  • Fraunhofer/IFF (Geschäftsbereich Materialflusstechnik und -systeme): Link
  • Helionat eG: Science Center for Renewable Energy/Energiefabrik Link
  • Projekte der anderen Siegerstädte Essen, Delitzsch, Stuttgart und Wolfhagen (Links)